555. AN DEN ETATSMINISTER VON PODEWILS IN BRESLAU.

Von dem Cabinetssecretär.

13. October 1741.

.... „Befehlen des Königs Majestät an Ew. Excellenz zu melden, wie Höchstdieselbe nunmehro, wie heute, noch einen Marsch thun würden, um zu versuchen, ob Sie der feindlichen Armée, welche durchaus nicht schlagen wolle, die Communication nach Mähren coupiren könnten; sollten aber des Königs Majestät in dieser Dero Absicht nicht reussiren können, so würden Sie alsdann mit Dero Armee gerade auf Neisse werfen und solches belagern; welches alles Ew. Excellenz gelegentlich denen zu Breslau befindlichen auswärtigen Ministris eröffnen könnten .... Von den von Ew. Excellenz eingesandten Contreprojet der Accessionsacte mit Sachsen und Baiern seind seine Majestät sehr zufrieden .... Die gestrigen Briefe von Schmettauen haben uns keine erfreuliche Zeitungen gebracht, indem die Baiem sich wenig oder nichts rühren und wegen Ohneinigkeit unter sich und den französischen Generals alles mit der grössesten Lenteur und Confusion thun .... Ich vor meine Wenigkeit befürchte, dass endlich die magnifiquen Plans auf die Fabel des schwangeren Berges hinauslaufen und einer oder ander dabei lernen wird, das Fell des Bären nicht eher zu verkaufen bis er gefangen. Ich wünschte, dass es hier besser ginge, die Zeit leidet aber heute nicht Mich hierüber zu expliciren. Zu der Vermehrung von Ew. Excellenz Familie gratulire <376>devotest und melde noch vorläufig, dass Se. Königl. Majestät die angetragene Gevatterschaft sehr gracieux aufgenommen.“

Eichel.

Auszug aus der Ausfertigung.