8364. AN DEN GENERALLIEUTENANT VON WINTEREELDT IN LANDSHUT.

Dresden, 26. November 1756.

Mein lieber Generallieutenant von Winterfeldt. Ich habe Euer Schreiben vom 23. dieses mit der Post richtig erhalten und danke Euch sehr vor die darin communicirete Nachrichten.73-4 In die eigentliche Desseins derer Oesterreicher kann man jetzo noch nicht recht eigentlich penetriren, sondern man muss erst sehen, ob sie die Regimenter aus Brabant, desgleichen die französische Auxiliärtruppen noch werden nach Böhmen an sich ziehen oder nicht.73-5

So lange auch nicht in Erfurt, Gera und Jena Magazins gemachet werden, so können die Oesterreicher auch auf der Seite von Eger und herum nichts vornehmen, als welches nicht möglich ist. Ich komme seit ehegestern von Weissenfeis her,73-6 habe aber allda von alle Seiten noch nicht das geringste von einigen gemachten Magazinen noch An<74>stalten wahrnehmen oder erfahren können, sondern alles ist deshalb wie vorhin. Wie Ich also bis dato glauben kann, so wird der Feind hiernächst längst der Elbe nach Sachsen und dann gegen Schlesien seine Operationes dirigiren, nach Ober-Schlesien aber ein Corps von allerhand Gesindel von leichten Truppen und von denen sächsischen Regimentern, so der König von Polen ihnen giebet,74-1 schicken.

Uebrigens habe Ich Euren Vorschlag agreiret, nach welchem der Oberstlieutenant Schmidt vom Wartenbergischen Husarenregiment den Abschied als Obrister nebst der Pension des Rittmeister Reitzenstein haben, dieser aber wieder dessen Escadron bekommen soll. Ich bin Euer wohlaffectionirter König

Friderich.

Nach der Ausfertigung.



73-4 Winterfeldt sendet am 23. November detailirte Nachrichten über die Aufstellung einzelner österreichischer Regimenter an der Grenze, soweit er darüber hat Erkundigungen einziehen können.

73-5 Vergl. S. 69. 71.

73-6 Vergl. S. 70.

74-1 Vergl. Bd. XIII, 535.