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Ich bin nämlich den 23. in Görlitz. Wenn Ew. Liebden den Feind schlagen, so werde Ich nicht, wie Ich zuerst geschrieben, nach Liegnitz, sondern statt dessen nach Landshut und nach Hirschberg gerade marschiren, um den Feind von seinen Magazins abzuschneiden, dass solcher nach Braunau und nach Böhmen laufen muss.

Zweitens, weil Schweidnitz, zum Theil durch Ew. Liebden Schuld, verloren worden, so muss Ich diesen Platz noch wieder haben, als wovon Ich nicht nachlassen und die Canons dazu aus allen schlesischen Festungen ziehen werde, so dass Ich vor Ende Decembris diesen Ort wieder haben muss. Würden aber, wie Ich nicht hoffe, Ew. Liebden geschlagen, so müssten Dieselbe Breslau defendiren, und Ich werde Mich solchenfalls über Glogau zu Sie ziehen.

Dies ist Mein richtiger und fermer Plan und Resolution. Ich wünsche, dass Ew. Liebden den Feind schlagen. Das Hauptwerk hierbei ist, dass Ich nur bald von Deroselben Nachricht habe, wie das Schlagen mit dem Feinde abgegangen. Wenn Ew. Liebden den Feind schlagen, so müssen Sie solchen brav mit Vigueur verfolgen, nicht bis an den schweidnitzer Bach, sondern bis gegen das Gebirge, und Mir also den geschlagenen Feind entgegentreiben, weil Ich von der andern Seite dazukomme und ihn von denen Pässen abschneiden werde.

Ich werde aber nicht eher über die Neisse gehen, bis Ich von Ew. Liebden Nachricht habe, wie es mit Deroselben gegangen ist. Nach diesem allen haben Dieselbe Sich zu achten, Mir auch das grosseste Geheimniss davon zu halten und mit keinem Dero Generals vorher darüber zu communiciren, sondern Sich darnach zu dirigiren und zu befehlen, auch nur drauf zu sehen, dass die Generals, was Ew. Liebden befehlen, ausrichten und bei Verlust von Leben, Ehre und Reputation ihr Devoir exact thun müssen.

Friderich.

Nach dem Concept.


9532. AN DEN GENERALLIEUTENANT HERZOG VON BRAUNSCHWEIG-BEVERN.

Camenz, 20. November 1757.

Ich habe Ew. Liebden Schreiben vom 15. dieses erhalten und darauf nicht einen Moment versäumen wollen, Deroselben darauf zu antworten, dass, nachdem Ich des Feindes Umstände in Schlesien nunmehro recht erfahren habe, Ich also auch von hier ganz grade auf Breslau marschiren werde, um dem Feind in den Rücken zu kommen. Ew. Liebden können Sich also darnach achten und richten. Ich werde morgen in Bautzen sein, darauf nach Görlitz marschiren, wo Ich einen Ruhetag mache; den 26. dieses bin Ich in Naumburg, den 30. aber bei Jauer und mithin den 3. oder zum höchsten den 4. December in der Gegend Breslau.

Ich kann indess Ew. Liebden nicht cachiren, dass, wann Ich das, was bei Deroselben geschehen, mit dem, so Ich von dem Feinde er-