9501. AN DEN GENERALLIEUTENANT HERZOG VON BRAUNSCHWEIG-BEVERN.

Leipzig, 10. November 1757.

Ich habe Ew. Liebden Schreiben vom 5. dieses per Estafette richtig erhalten und zweifele nicht, dass Dieselbe gleichfalls das Meinige vom 8. dieses,18-3 so der Feldjäger Bartikow zum Ueberbringen bekommen, richtig empfangen haben werden. Wenn der Commandant18-4 und Grumbkow nebst der Garnison zu Schweidnitz sich nicht sechs Wochen bis zwei Monat halten werden, so kenne Ich ihr Verfahren nicht und werde von beiden sehr übel zufrieden sein, welches Ew. Liebden, wo es auf der Welt möglich ist, ihnen durch zwei oder drei differente Émissaires zu wissen zu thun Sich bestens angelegen sein zu lassen haben. Sie haben dort Minen, überflüssige Magazins, eine starke Garnison und alles, was sie nöthig haben, und also keine Entschuldigung. Ich aber setze Mich im völligen Marsch dahin.

Was Ew. Liebden vor Sich zu thun haben, solches muss Deroselben überlassen, wie Sie es à propos finden; nur muss anführen, dass mit Stillestehen man die Umstände nicht ändert noch bessert, und es wohl sehr zu wünschen wäre, dass Ew. Liebden gleich zu Liegnitz18-5 die Partie genommen, dem Feind auf den Hals zu gehen, da es Zeit gewesen zu bataillren, und Dieselbe noch alles von Truppen zusammen hatten;<19> welches besser gewesen, als sich in die jetzige benauete Umstände zu setzen.

Ich marschire den 13. aus Leipzig, den 14. bin Ich zu Torgau, wo wegen der Truppen einen Ruhetag nehmen muss, den 25. bin Ich an das Gebirge und den 28. ohngefähr bei Schweidnitz, eher nicht, weil alles arrangiren muss und sonst die Truppen durch Fatigues ruiniren würde.

Friderich.

Nach dem Concept.



18-3 Nr. 9496.

18-4 Generalmajor von Sers.

18-5 Vergl. Bd. XV, 348. Anm. 1.