10172. AN DEN OBRISTEN VON HACKE IN GLOGAU.

Quartier Rohenitz,137-1 27. Juli 1758.

Ich habe Euer Schreiben vom 23. dieses wohl erhalten und gebe Euch in Antwort, dass: seid137-2 nicht da nicht besorget, dass Ich die Stadt Glogau abandonniren werde. Thuet nur Euer Devoir, wie Ich es versichert bin, und hütet [Euch] vor Surprisen. Zur Belagerung wird es nicht kommen. Ihr werdet selbst erachten, dass Ich nicht [zugleich an] allen Orten detachiren kann, sondern nur, wo Ich es vorerst am nöthigsten erachte; wegen des übrigen lasset Mich [nur] machen. Nur nehmet Euch wohl vor Surprisen in Acht. Dabei ist Euch zur Nachricht, davon Ihr jedoch noch keiner Seelen ein Wort sagen sollet, dass Ich ohngefähr den [29. dieses] in der Gegend von Friedland in Schlesien sein werde, um mehr à portée zu sein.

Friderich

P. S.

Ihr sollet fleissig und so oft es nur möglich ist, mit Euren Berichten continuiren von allem so dorten passiret.137-3

Nach der Ausfertigung im Kriegsarchiv des Königl. Grossen Generalstabs zu Berlin. Die Ergänzungen nach dem Concept.



137-1 Rohenitz, 5/8 Meilen nordwestl. von Opotschno; die Vorlage hat „Ranitz“ .

137-2 Hier beginnt der dechiffrirte Theil.

137-3 In einem folgenden Erlass an Hacke, d. d. Rohenitz 29. Juli, befiehlt der König, die beiden Bataillone des Kurssell'schen Regiments, die der General von Kurssell (vgl. S. 121) in Glogau zurückgelassen, dem General nachzusenden, um zu dem Corps Dohna's zu stossen; dort würden die zwei Bataillone wirksamer gegen die Russen verwendet werden können.