11305. AN DEN GENERALLIEUTENANT VON WEDELL.

Christianstadt, 31. Juli 1759.

So eben bin Ich hieselbst angekommen, und auf die Nachricht, dass der General Laudon morgen auf Sommerfeld marschiren will, habe Ich Mir vorgenommen, ihn auf dem Marsch morgen zu attaquiren; und wenn Ihr den geringsten Soupçon habet, dass Euch der Feind attaquiren will, so könnet Ihr Euch näher hier heranziehen.

Ich habe Brod für 9 Tage hieselbst, die Wagens kommen heute heran, und könnet Ihr nur Eure Wagens schicken, um es abholen zu lassen. Eure ledige Mehlwagens könnet Ihr übrigens ja nach Freistadt schicken, indem Ich befohlen habe, dass da Mehl parat sein sollte; und was die bei Eurer Armee abgegangene Munition und Canons betrifft, solche hättet Ihr aus Glogau464-1 abholen lassen können, und müsset Ihr nur noch darauf bedacht sein.

Sollte der Feind was jenseits dem Bober detachiren wollen, so müsset Ihr à proportion eben so viel Mir zuschicken. Sollte der Feind aber nichts dahin detachiren, so müsset Ihr bloss auf die Sicherheit der Armee denken und Euch, wann es nöthig sein sollte, auf zwei Meilen zurückziehen.

Ihr habet übrigens die Euch untergebene Armee bestens aufzumuntern, und sollet Ihr insonders, die Ihr Devoir als ehrliebende und Mir und Meinem Dienst attachirte, treue, redliche und brave Leute gethan haben, fier zu machen Euch bestreben, damit, wann wir noch einmal an den Feind müssen, sie um so besser thun mögen; die aber, so als schlechte Leute gethan haben, müsset Ihr Mir anzeigen.

Friderich.

Nach der Ausfertigung im Wedell'schen Familienarchiv zu Ludwigsdorf in Schlesien.



464-1 Ebenfalls am 31. ergeht an den Commandanten von Glogau, Oberst von Hacke, der Befehl, dem General von Wedell die verlangte Ammunition nebst sechs dreipfündigen Canons und ferner 20 Wispel Mehl zu senden, „indem die Wedell'sche Armee auf 9 Tage mit Brod versorget sein und bei sich haben muss“ . [Ausfertigung im Generalstabsarchiv.]