<281>sehen Truppen geschehen sowohl hier als in Schlesien beständige Remuements und ziehen sich Regimenter in Böhmen zurück, da andere wiederum vorrücken. Die eigentliche Absicht davon ist noch nicht zu penetriren gewesen; die Bruits von einem Marsch nach Italien1 laufen noch wie vorhin. Die Fonds in Wien müssen beiräthig sein, weil die Oesterreicher klagen, dass ihnen seit zwei Monaten die Tractamenter ausgeblieben. Als letzthin die Österreichschen auf denen böhmischen Grenzen hiesiger Orten stehende Husaren ihre Löhnungen in kupferner Scheidemünze empfangen sollen, haben selbige declariret: „Nicks vor Kupfer! vor Gold!“ 2

Noch zur Zeit ist der Feldmarschall Daun noch nicht zu Dresden angekommen; einige Nachrichten geben, als ob er auch nach solcher Ankunft sich zuvorderst des Töplitzer Bades bedienen wolle.

Bis dato scheinet es, als ob des Königs Majestät Dero hiesiges Séjour continuiren dörften, daferne alles in der jetzigen Situation bleibet. Sollten aber nicht bald Briefe mit den gewünschten Nachrichten ankommen,3 so garantire ich nicht, dass man sich nicht impatientiren möchte . . .

Das Schreiben an des Königs Majestät von der anhalt-köthenschen Ritterschaft4 embarrassiret mich am meisten; die Leute scheinen mir nicht ganz unrecht und einiges Vorwortes nöthig zu haben, ich besorge aber, dass, wenn solches dem König vorlege, es in die Flamme gehe. Ew. Excellenz Befehl darüber und ob was oder nichts damit zu thun sei, werde allenfalls erwarten.

Eichel.

Auszug aus der Ausfertigung.


12759. AU BARON D'EDELSHEIM A TURIN.

Meissen, 23 mars 1761.

Très sensible que j'ai été aux sentiments du zèle et d'attachement parfait que vous m'avez témoignés par votre lettre du 11 de février, et satisfait que je suis de ce que vous vous prêtez à mes vues à votre égard, je vous agrée avec plaisir à mon service.5 Les différentes preuves que vous m'avez déjà données de votre affection et du zèle pour mes intérêts,6 me doivent servir de sûrs garants que mon attente à votre égard sera heureusement remplie. Il dépendra de votre convenance de partir pour Londres et de vous rendre là auprès de mon ministre le baron de Knyphausen, auquel mes ordres vous préviendront, afin que vous commenciez votre carrière sous sa direction. J'aurai, d'ailleurs, soin de votre établissement, de sorte que vous aurez lieu d'en être content.

Federic.

Nach Abschrift der Cabinetskanzlei.



1 Vergl. S. 271.

2 Vergl. Nr. 12748.

3 Gemeint sind wohl Briefe aus London über die Vorschläge, welche der König durch Mitchell der englischen Regierung unterbreitet hatte. Vergl. S. 256. Anm. 1.

4 D. d. Kothen 18. März, mit der Bitte, wegen der Lieferungen „uns fernerhin mit königlichem Erbarmen und Verschonen anzusehen“ und es nicht ungnädig zu vermerken, „dass wir . . den Regress gegen unseren Landesherrn geziemend suchen“ .

5 Edelsheim hatte den König um Verwendung im diplomatischen Dienst, wenn möglich in London, gebeten.

6 Vergl. Bd. XIX, 631.