13122. AN DEN GENERAL DER KAVALLERIE VON ZIETEN.

[Oppersdorf, August 1761.]

Habe Kn[obloch] nach Br[ieg] detachirt,584-2 weil Russen dort sonst gar zu impertinent werden ; dass nur was ist, was sie in Respect hält.584-3

Ich bin [auf dem Marsch] gewesen, um zu sehen, wo Laudon geblieben; und ist er zwar gestern marschirt, [jetzt, heisst es,] stehe [er] zwischen Reichenstein rechter, linker [Hand] Patschkau.584-4 Aus der Ursach bleibe noch hier stehen. Recht gut, dass er auch noch da stehen bliebe; und sowie das geringste veränderliche vorgehet, [würde] ihm gleich schreiben. Schicke auch an Lattorff Brief. Wenn es noth, könnte er, wenn wir über N[ei]ss gingen, denselben Tag mit herüberkommen, ist nur kleiner Marsch.

Weisungen [Bleinotizenj für die Antwort; auf der Rückseite des Berichts von Zieten, d. d. Neustadt 2. August.



584-2 Vergl. S. 581.

584-3 Auf dem Berichte des Majors Entier, d. d. „Im Campement, links bei Klein-Strehlitz im Walde“ 3. August, stehen die Weisungen für die Antwort: „Da der Feind von der Seite von Oberschlesien weg sei, möchte er sich beeilen, wie könnte, diesseits Michelau oder Löwen, wo er durch die Neisse könnte gehen, um zu Knobloch bei Brieg [zu] stossen. Die Russen hätten jenseit der Oder sich Brieg genähert, also würde seine Gegenwart da nöthig sein. Nach Meinen Nachrichten wäre diesseit der Oder nichts vom Feinde als einige Kosacken.“

584-4 Auf dem Berichte des Majors von Rohr, d. d. „Bei Meissa“ (vielleicht Mösen, südwestl. von Ottmachau) 2. August, mit der Meldung, er habe bei Ottmachau 300 Pferde gegen Patschkau marschirend angetroffen, der Feind habe sich bei seinem Erscheinen „fortgemacht“ , stehen die Weisungen für die Antwort; „Wenn von dem Feind noch etwas einholen könnte! Glaubte aber, dass sie sich schon würden weggemacht haben, und weiter nichts zu thun sein würde, weil es schon [zu] spät. Indessen würde morgen wieder über die Neisse in Mein altes Lager gehen.“