<255> auf den Fuss des Breslauer Tractats zu Wege zu bringen, solches mit vorherigem Concert mit dem wienerschen Hofe geschehen sein und beide Höfe ein grosses Embarras dazu gebracht haben müsse. Sie folgern daher, dass wann Sie solch Embarras durch die Demarche gegen Sachsen vermehren, solches der Cuneus sein wird, so vorgedachte beide Höfe um so mehr treiben wird, sich mit Sr. Königl. Majestät so gut als es möglich ist zu setzen, zumalen bei der bekannten Declaration, so Dieselbe wegen Sachsen thun lassen. Durch dieses zusammen vermeinen Se. Königl. Majestät vielleicht noch bessere Conditions zu kriegen, und wollen wenigstens deshalb eine Tentative thun, um zu sehen, wie weit es gehen will, doch allezeit in der Absicht, das Hauptaugenmerk dabei nicht zu verlieren. Mit dem Articul von Gelde wäre Deroselben fast am meisten gedienet, daferne solcher auf ein oder andere Weise zu erhalten wäre. Sie seind sehr alieniret von Frankreich, weil Sie von solchem überall abandonniret werden, und halten davor, dass das beste sei, nur je eher je lieber so gut als möglich ist aus dem Spiel zu scheiden, weil doch, wann auch der Krieg noch drei Jahre geführet würde, mit Frankreich doch, niemalen etwas rechtes auszurichten sein würde, und wenn auch alles in der Zeit nach Wunsch gehen sollte, dennoch Ihre Königl. Majestät am Ende, und wenn Sie Sich gänzlich dadurch epuisiret haben würden, au bout du compte nichts mehr haben würden als Sie jetzt hätten oder bekommen könnten, die grosse Hasards inzwischen ohngerechnet. Der Marquis de Valory ist in vielen Tagen nicht gesprochen worden, worüber er inconsolable ist und sich ganz geschlossen hält. Ich tröste denselben zu Zeiten so gut ich kann und schiebe alle Schuld auf seine üble Sache zurück, wünschte aber, dass Se. Königl. Majestät noch zur Zeit etwas mehr dissimulirten und nicht eher unrein Wasser verliessen als Sie von dem reinen gesichert wären.“

Eichel.

Auszug aus der Ausfertigung.


1957. AN DEN ETATSMINISTER GRAF MÜNCHOW IN BRESLAU.

Lager bei Chlum, 12. August 1745.

Soviel die letztere Incursion betrifft, welche ein feindliches Corps Husaren nach Camenz, Münsterberg und der Orten gethan hat, so habt Ihr sehr wohl gethan, an den Generallieutenant von Nassau deshalb zu schreiben, von welchem Ich ohnedem nicht zufrieden bin, dass er bisher durch seine Inaction bei Neustadt solchem Gesindel die Zeit gelassen, dergleichen zu unternehmen.

Wegen der enlevirten Civilbedienten werde Ich durch des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold Liebden an den Prinz Karl von Lothringen schreiben und über dergleichen absurdes Procediren Beschwerde führen lassen, mit dem Beifügen, dass wenn ermeldete Leute nicht sogleich wieder auf freien Fuss gesetzet und vor das künftige freigelassen wür-