3523. AN DEN ETATSMINISTER GRAF MÜNCHÖW IN BRESLAU.

Potsdam, 8. März 1749.

Mein lieber Geheimer Etatsminister Graf von Münchow. Ich zweifele nicht, es werde Euch Mein letzteres, par Estafette Euch zugesandtes Schreiben wohl zugekommen sein.

Durch dieses verlange Ich von Euch zu wissen, ob es nicht füglich angehe, dass unter dem Vorwand von Mangel von Fourage zur Fütterung vor die in Schlesien stehende Cavallerie wir gegen gute und wohlfeile Preise in dem benachbarten Polen eine gewisse Quantité Haber ankaufen und davon auf alle Fälle ein Magazin zum Vorrath errichten könnten. Meinem Erachten nach würde dabei, wenn es sonsten mit wenigem Eclat und gegen mässige Preise bei dem Einkauf geschehen könnte, nichts zu verlieren sein, denn woferne es zu keinen Unruhen käme, so glaube Ich, dass solcher Haber alsdenn allemal wiederum verkaufet werden und Ich dabei ohne Schaden bleiben könne; auf den Fall einer Ruptur aber würde uns solches eine grosse Hülfe sein, wenn wir bei annoch massigen Preisen uns mit Haber in Vorrath gesetzet hätten, wodurch wir auch im Stande wären, nachher die Preise von solchem zu balanciren, wann dergleichen Einkauf noch weiter geschehen müsste. Ausserdem erinnere Ich Euch annoch, dass Ihr unter der Hand und in aller Stille Eure vorläufig zu machende Anstalten so fassen müsset, damit, wenn es in kommendem Frühjahre zu einer Ruptur kommen sollte, Ihr alsdenn die Artillerie- und Proviantpferde, sammt andern Sachen, so insbesondere aus Oberschlesien geliefert werden, sofort an Ort und Stelle zusammen haben könnet, bevor noch ein Feind im Stande sei, einige Hinderung darunter in Oberschlesien machen zu können. Ich recommandire Euch übrigens nochmalen, allen Eclat wegen desjenigen, so Ich Euch hierunter befohlen habe, noch zur Zeit, so viel menschmöglich ist, zu vermeiden, und was Ihr darunter nothwendig thun müsset, unter allerhand wahrscheinlichen Prätexten zu thun, damit Meine Unterthanen in Schlesien nicht ohne Noth beunruhigt werden, obsehon inzwischen alles dasjenige, so Ich Euch vorläufig zu veranstalten aufgetragen, nothwendig geschehen muss. Ich bin etc.

F.

Nach der Ausfertigung.