<167>

17. Juli 1762

An demselben Tage, da dies alles geschah, schrieb der König aus seinem Lager bei Seitendorf an von Catt :

"Ach! mein Lieber, so eben bekomme ich eine Nachricht, die mich zu Boden schlägt und die Sie in Breslau, leider nur zu bald, erfahren werden. Ich bin so bestürzt und bekümmert, daß ich nicht weiß wohin ich mich wenden soll. Für mich giebt es nur Schimmerblicke von Hoffnung, aber wesentliches Unglück drückt mich zu Boden. Die schönen Prophezeihungen sind nun alle zu Schanden geworden +, und Gott weiß, was für ein Schicksal mich noch erwartet. Leben Sie wohl, mein Lieber. Mein Herz ist so voll Kummer, daß ich Ihnen unmöglich mehr sagen kann."

Unter das Couvert dieses Briefes hatte der König noch einen Zettel gelegt, welcher die Worte enthielt: "Mein lieber Peter III vom Thron gestürzt, todt! Ist irgend ein Schicksal dem meinigen gleich ++!"

19. Juli 1762

Der König verlegt sein Hauptquartier nach Bögendorf.

20. Juli 1762

Der König manövrirt, um die Oestreicher von Schweidnitz abzudrängen und sich dieser Festung mehr zu nähern, wobei Schloß und Dorf Burkersdorf genommen werden.

21. Juli 1762

Der König begiebt sich schon vor Anbruch des Tages zu ber Möllendorfschen Brigade und trifft Anstalten, die vom


+ Man hatte prophezeihet: Der König werde eine Schlacht gewinnen und darauf der Friede zu Stande kommen.

++ An dem Tage, wo der König diesen Brief schrieb, konnte er den Tod des Kaisers noch nicht bestimmt wissen, da er erst an demselben (des 6./17. Juli) zu Ropscha (nach Andern zu Mopsa, einem kleinen Landhause des Hermann Rasonoffsky) erfolgt war. Entweder hatten gleich die ersten Machrichten von dem Vorgefallenen seinen Tod mit hoher Wahrscheinlichkeit befürchten lassen, oder der Brief des Königs war liegen geblieben und erst einige Tage später, nachdem die Nachricht vom Tode des Kaisers eingegangen war abgeschickt worden, wo dann der König jenen Zettel noch in das Couvert eingelegt haben mag.