<193>Der Blitzstrahl hinten so wie vorne zünden —
Not, nichts als Not! Wer kann den Ausweg finden?

Der Lothringer, stets guten Rates Finder,
„Das ist was,“ spricht er, „für die Pußtakinder!
„Unsrer Husaren — sagen wir: zweihundert,
„Die reiten zu Marie Theresens Ehr'
„Und schassen fiugs uns den Valory her!“ —
„Von alledem,“ ruft Waldeck wie verwundert,
„Von alledem kann ich kein Wort versteht“;
„Es ist wohl nur Spaß! Zweihundert! Wie verhöhnt
„Käm' ich mir vor! Verdammt, man ist gewöhnt,
„Als Führer ganzer Heere mich zu sehn!
„Zweihundert Husaren! Daß ich nicht lache!
„Das wäre vielleicht für Saint-André1 eine Sache.“

„Danke gehorsamst, Hoheit,“ spricht mit Neigen
Saint-Andre, „ich überlaß die
„Besondre Ehre dir, Nadasdy,2
„Dem Ungarnführer. Kannst der Welt mal zeigen,
„Was an dem kühnen Ungarmute dran ist.“
Der Ungar aber, höflichst rückwärts weichend,
Spricht, seinen dicken, schwarzen Schnauzbart streichend:
„Ob nicht Dessewffy 3 eher der rechte Mann ist,
„Der junge Held, für solch ein Reiterstück?
„Neidlos tret' ich vor ihm zurück.“
Karl sieht nun wohl: Hier will sich jeder drücken,
Sich jeder retten hinter Nachbars Rücken;
Da gilt ein Machtwort, und er spricht: „Wohlan,
„Noch heut', so ist mein Wille, soll's geschehn!
„Dessewffy übernimmt's.“ Er eilt voran.
Die andern Helden wollen gehn,
Als Saint-Ignon, noch immer nicht
Ganz nüchtern wieder, lacht und spricht:
„Ach, Karlchen, was ist der Soldat?


1 Freiherr Friedrich Daniel Saint-André, österreichischer Generalfeldwachtmeister.

2 Graf Franz Nadasdy, österreichischer Feldmarschalleutnant.

3 Oberstleutnant Graf Adam Dessewffy.