62. AN DENSELBEN.

Ruppin, den 7. October 1732.



Allergnädigster König und Vater,

Ich habe die Gnade gehabt, meines allergnädigsten Vaters Brief recht wohl zu erhalten, und danke ganz unterthänigst hiervor. Die Pässe habe auch recht wohl gekriegt, und sind bereits nach Dänemark geschicket. Ich habe all angefangen, die Nachrichten, so mir nöthig sind, vom Amte Ruppin einzuholen, und noch bin ich nicht ganz damit fertig; aber so viel ich aus vorigem Anschlage ersehen, so ist es Alles so genau heraus gesuchet, dass von den Prästations, noch vom Ackerbau ohnmöglich plus zu machen sein wird; wor aber noch was wäre, so müsste es aus der Branntweinbrennerei genommen werden, welche im vorigen Anschlage nicht mit aufgeführet ist. So viel ich auch aus dem Brauwesen sehen kann, so ist dieses ein neu angelegtes Werk, von 1729, welches noch nicht recht im Stande ist. Drei Vorwerke befinden sich bei diesem Amte, da ich nun nichts ausrichten kann, wor mein allergnädigster Vater nicht einen Landmesser schicket, der solche vermisset. Dieses Amt aber ist sehr important, und werde vor ein Wochen drei zum wenigsten nicht fertig werden.

<64>Nun sind wir hier beim Regiment bei der Abnahme der Rechnungen begriffen, und habe ich das Unglück gehabt, dass ein Bursch von Major Söldeners Compagnie, aus dem zweiten Gliede, desertiret ist. Der Major Quadt bittet meinen allergnädigsten Vater ganz unterthänigst um Permission, seine vorgehabte Mariage zu vollziehen, und hoffet er, ein paar schöne Kerls dabei zu kriegen. Der ich mich übrigens in meines allergnädigsten Vaters beständige Gnade in aller Unterthänigkeit empfehle und verharre in tiefstem Respect und Submission, u. s. w.

Quat soll heirathen.

Boden soll Land Messer hin senden.3_71-a


3_71-a Die beiden letzten Zeilen sind von der Hand des Königs.