110. AN DENSELBEN.

Rheinsberg, den 8. November 1736.



Allergnädigster König und Vater,

Ich habe meines allergnädigsten Vaters gnädigstes Schreiben in aller Unterthänigkeit empfangen und bedanke mich sehr für die Gnade, so mein allergnädigster Vater gehabt hat, mir Schwäne zu schicken; meine Frau ist auch ungemein erfreuet gewesen <108>über das schöne Präsent, so mein allergnädigster Vater ihr geschickt hat. Der General Praetorius3_121-a ist gestern hier gekommen und hat Abschied von uns genommen; es scheinet, als wenn er sehr ungern weggehet.

Heute Nacht um drei Uhr so wecken mich meine Leute auf und sagen mir, es wäre eine Stafette an mich mit Briefen gekommen; ich stehe sofort eiligst auf, und als ich den Brief erbreche, so ist er vom Prinzen Mirow, welcher mir schreibet, dass er heute Mittag hier sein würde. Ich habe mich wohl was geärgert, habe aber doch das Lachen nicht lassen können über die eilende Stafette, so er mir eine Meile weit geschicket. Hier habe Alles angestellet, um ihn zu empfangen, als wäre es der Kaiser selbst, und hoffe ich Materie zu haben, meinen allergnädigsten Vater mit künftiger Post gewiss lachen zu machen. Der ich mich zu Dessen beständigen Gnaden ganz unterthänigst empfehle und mit aller ersinnlichen Submission bis an mein Ende mit allem untertänigsten Respect verharre, u. s. w.

Hierbei nehme mir die Freiheit, meinem allergnädigsten Vater eine kalte Pastete zu schicken.


3_121-a Seit dem Herbste 1782 dänischer Gesandter in Berlin. Siehe Band XVII., S. 226, und Band XXV., S. 543.