<60> Kronfeldherrn1 darüber umständlich schreiben und gegen solchen bestens releviren soll, wie des Königs Majestät bei Schliessung der Neutralité vor Teutschland insonderheit Dero Rücksicht darauf genommen, dass die Republik Polen dadurch von einem beschwerlichen Durchmarsch derer russischen Truppen2 befreiet und alle daher auf erstere gefallene Inconvenienzien vermieden werden möchten, welchem er die oberwähnte Versicherung hinzufügen solle, dass solches die anderen Verbündnisse Sr. Königl. Majestät mit Frankreich nicht hindere.

Des Königs Majestät vermeinen übrigens, dass diese Rescripte wohl um so eher auszufertigen sein würden, weilen doch die Engelländer die Convention, sobald die Auswechselung derer Ratificationen geschehen, public machen wollten, und also es nöthig sei, dass Dero Minister und Residenten sodann instruiret wären, wie sie sich darüber zu expliciren hätten, wenn sie darüber besprochen werden würden.

Eichel.

Nach der Ausfertigung.


7225. AN DEN ETATSMINISTER GRAF PODEWILS IN BERLIN.

Berlin, 28. Januar 1756.

Ew. Excellenz beide gestrige gnädige Schreiben habe wohl zu erhalten die Ehre gehabt, auch nicht ermangelt, des Königs Majestät dasjenige geziemend zu hinterbringen, was Ew. Excellenz mir von den verschiedenen kleinen Fehlern, so der Michell, als ein neuer Négociateur, sowohl wegen des eingesandten einen Exemplars vom Tractat,3 als wegen der nicht in Original eingesandten Vollmacht4 begangen, angemerket haben, welche auch zum Theil schon von des Königs Majestät Selbst angemerket worden. Höchstderoselben allergnädigste Willensmeinung ist dannenhero, dass Ew. Excellenz darüber den p. Michell in einer besonderen Dépêche umständlich redressiren und denselben wohl instruiren möchten, wie er sich überall bei dieser Sache bis zu deren völligen Berichtigung zu verhalten habe, damit er keinen Faux-Pas begehe.

Sonsten haben Se. Königl. Majestät mir noch befohlen, an Ew. Excellenz zu melden, wie Sie nicht allerdinges von der Bienséance fanden, das englische Ministerium durch den p. Michell selbst sondiren zu lassen, ob es denselben als Minister von des Königs Majestät behalten5 oder aber, wenn es jemanden von Qualité hierher schickete, lieber wiederum jemanden von Qualité von hier aus dahin gesandt haben wolle. Dahero dann Sr. Königl. Majestät Intention ist, dass Ew. Excellenz vor Sich und Selbst an den Lord Holdernesse schreiben6 und demselben insinuiren möchten, dass, daferne man dorten lieber den



1 Branicki.

2 Vergl. Bd. XI, 269. 270.

3 Michell hatte durchaus dem Brauch (vergl. S. 54 Anm. 3) entsprechend nicht das von den englischen Bevollmächtigten, sondern das von ihm selbst unterzeichnete Exemplar übersandt.

4 Für die englischen Unterhändler.

5 Demgemäss Ministerialerlass, Berlin 30. Januar. Vergl. S. 64.

6 Unter dem 30. Januar ausgeführt.