8333. AN DEN GENERALLIEUTENANT VON WINTERFELDT IN LANDSHUT.

[Dresden,] 15. [November 1756].

Es ist mir lieb, dass Er in Seine Quartiere gerücket ist; wegen das Regiment von Puttkammer, so muss ich solches ganz behalten und muss der Seydlitz sein Regiment insetzen,43-3 welches dorten ohnedem mit Wartenberg zusammenstösset. Aus die Disposition der Oesterreicher sehe ich, dass sie sich dermaassen postiren, dass sie mit ihre ganze Armée dem Schwerin oder mir auf den Hals fallen können; vor diesen Winter nicht, aber künftig Frühjahr werden sie mit ihre irregulirten und andere zusammengebrachte Regimenter suchen, Schwerin nach Ober-<44>Schlesien zu ziehen und kommen darnach mit dem ganzen Klumpen gegen Sachsen; derowegen wor ich die Pommern44-1 herziehe, so müssen solche auf den Sprung stehen, entweder zu Schwerin oder mir zu stossen. Vor Weihnachten wird alles stille bleiben, was aber nachhero passiren wird, muss man absehen. Die Franzosen wollen nicht nach Böhmen,44-2 und mit denen Russen gehet es auch noch gut.44-3 Adieu.

Friderich.

Nach der Ausfertigung. Eigenhändig.



43-3 Das Husarenregiment Seydlitz aus Pommern war bestimmt, die Stelle des Puttkammer'schen Regiments bei dem Corps von Winterfeldt zu ersetzen. Vergl. S.11.

44-1 Das Corps unter dem Erbprinzen von Darmstadt in Pommern. Vergl. Bd. XIII, 5.

44-2 Vergl. S. 39.

44-3 Vergl. S. 37.