9507. AN DEN ETATSMINISTER GRAF PODEWILS IN MAGDEBURG.

Der Landgraf von Hessen-Cassel stellt in einem Schreiben, d. d. Hamburg22-2 30. October, dem Könige den traurigen Zustand seines Landes vor; die Franzosen forderten in Hessen Contributionen, welche gar nicht zu erschwingen seien, „tout est préparé, pour ainsi dire, pour la ruine entière et totale de mes États et de ma maison.“

Leipzig, 11. November 1757.

Der Etatsminister Graf von Podewils soll cito sehr obligeant darauf antworten, dass der Landgraf nur noch etwas Geduld haben möchte; das grösseste Uebel sei vorbei und das Eis gebrochen. Und da er so lange gewartet habe, so möchte er nun auch etwas warten. Die Convention sei ein faux bruit,22-3 das Ich gänzlich desavouiret hätte, und was davon auf den Tapis gebracht worden, sei geschehen, um uns zu betrügen, so Ich aber bald rompiret und desapprobiret hätte.22-4

Mündliche Resolution. Nach Aufzeichnung des Cabinetssecretärs.

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22-2 Vergl. Bd. XV, 224.

22-3 Die Convention zwischen Prinz Ferdinand und Marschall Richelieu. Vergl. S. 16.

22-4 In einem folgenden nicht zur Absendung gelangten Cabinetsschreiben, d. d. Naumburg am Queiss, 24. November, dankte der König dem Landgrafen für die Glückwünsche zu dem Siege bei Rossbach und sprach die Hoffnung aus, dass die Erfolge der preussischen Waffen das Vaterland von seinen Unterdrückern befreien würden. (Die unterzeichnete, aber nicht abgesandte Ausfertigung im Kriegsarchiv des Grossen Generalstabs.)