9805. AN DEN ETATSMINISTER GRAF PODEWILS IN BERLIN.

Breslau, 1. März 1758.

Von Ew. Excellenz bin mit keinem weiteren Schreiben als dem, so ich in meinem letzteren accusiret, beehret worden; welches nur gehorsamst melden, im übrigen aber auf allergnädigsten Befehl Ew. Excellenz einliegende Note, so der englische Minister Monsieur Mitchell auf Sr. Königl. Majestät Verlangen mir zustellen müssen, zusenden sollen, mit dem Vermelden, dass, da höchstgedachte Se. Königl. Majestät den darin enthaltenen Vorschlag vor sehr gut und convenable fänden, also Ew. Excellenz nicht den geringsten Anstand nehmen möchten, das erforderliche deshalb alsofort zu besorgen und expediren zu lassen. Wie ich nicht anders weiss, so seind des Herrn Grafen von Finckenstein Excellenz die Umstände dieser Sache auch schon näher bekannt, da noch bei Dero hiesigen Anwesenheit272-4 schon etwas davon vorgekommen ist . . .

Eichel.

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L'année passée, quelques doutes s'étant élevés parmi les troupes suisses à la solde de la France, si on devait agir contre Sa Majesté Britannique et le roi de Prusse, le colonel Yenner du canton de Berne offrit son régiment, et son exemple fut suivi de tous les autres cantons, à l'exception de celui de Zürich, lequel ordonna à M. le colonel Locman de ne pas agir contre Leurs Susdites Majestés.

On croit que, si les deux rois faisaient faire des représentations et des plaintes contre ledit Yenner, le canton de Berne est à présent si bien disposé qu'il y a lieu d'espérer qu'il pourrait rappeler le colonel Yenner et donner un ordre à ses troupes pareil à celui qui fut donné l'année passée par le canton de Zürich.

Nach der Ausfertigung.



272-4 Ueber den Aufenthalt Finckenstein's in Breslau schreibt Eichel am 24. Februar an Podewils: „Ich hätte wohl von Grunde meiner Seelen gewünschet, dass Deroselben [des Grafen Finckenstein hiesiges Séjour wichtigere Sachen zum Objet gehabt, als es leider nicht gewesen! Jedennoch da des Königs Majestät Sich mit Sr. Excellenz über verschiedene höchst importante Sachen mündlich expliciret, auch Dero Intentions bekannt gemachet haben, wovon Dieselbe Ew. Excellenz umständlich informiren werden, so hat doch diese Reise ihren grossen Nutzen gehabt. Ich vor meine Wenigkeit habe mich auch, unterstanden, gegen gedachte Se. Exzellenz so über alles zu decouvriren, wie ich glaube, dass solches meine Pflicht und Schuldigkeit zu thun erfordert hat, da ich nach allen meinen innerlichen Empfindungen genugsam überzeuget bin, dass meine Carrière zu Ende gehet und mir nichts zur Consolation übrig bleibet, als solche mit reinem Gewissen und ohnverrückter Treue zu schliessen. Inzwischen mir vieles ohnbegreiflich bleibet, und ich. die Wege der göttlichen Vorsicht adoriren muss, die nicht anders als wunderbar und miraculeuse ausfallen können, woferne dieselbe beschlossen hat, uns aus einem Labyrinth, dergleichen die Historie kein Exempel fourniret, zu ziehen.“