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„Hiermit habe ich Ew. Hochgräfl. Excellenz ausführlich und unterthänigst berichtet, was vor ein grosser Vortheil vor Russland aus der Connexion mit diesen überaus tapferen Nationen entstehen könnte.

„Der Ruhm, der dem Namen Ew. Excellenz dadurch zuwachsen wird, wird auf die spätsten Nachkommen von Kind zu Kindeskindern unvergesslich bleiben. Ich bitte um gnädige Vergebung und wünsche alles hohe Wohlergehn, der ich die Ehre habe, mit der tiefsten Hochachtung zu verbleiben, gnädigster Herr, Ew. Hochgräflichen Excellenz unterthänigster und allergehorsamster Diener

Wien, 16./27. Februar 1759.

Paul Lewaszow.“

Das Original von diesem Briefe ist in unsern Händen.

Ich habe zwar von Euch nunmehro in vielen Monaten nicht die allergeringste Nachricht von Euch gehabt, Ich kann auch nicht wissen, ob Euch die verschiedene Briefe, Duplicata und Nachrichten, so Ich unter guten Couverten theils über Amsterdam, theils über Venedig nach der gewöhnlichen Aufschrift gehen lassen, Euch zugekommen seind, noch weniger habe Ich einige Nachrichten, mit was vor Success Eure Negociation gehet und ob Ihr Hoffnung habet, was auszurichten oder nicht. So habe Ich auch nicht die geringste Nachricht, ob der von Dresden aus um Weihnachten an Euch abgegangene Euch schon bekannte Expresse1 angekommen sei oder nicht. Um Euch vorstehendes alles aber zu schreiben, so lasse Ich dieses durch den engelschen2 Gesandten über Engelland gehen und hoffe, Ihr werdet solches aus den Händen von M. Porter empfangen.

Bei Erhaltung dieses Meines Schreibens werdet Ihr am besten urtheilen können, ob nach Situation derer Affairen Ihr von dem Briefe des Lewaszow zu Wien einigen Gebrauch bei der Pforte werdet machen können. Woferne Eure Actien noch einigermaassen bei derselben gut stehen, so sollte man glauben, Ihr würdet Euch durch Communication des Lewaszow'schen Briefes, mithin durch Entdeckung des darin enthaltenen Complots eine Mérite machen, die Pforte auch zugleich sehen können, was die beiden kaiserlichen Höfe vor Absichten gegen dieselbe führen, und dass, woferne sie nur erst in Teutschland freie Hände bekommen sollten, alsdenn es gewiss an die Pforte kommen und man solche zu demüthigen, wo nicht gar aus Europa zu verdrängen wird suchen und sie deshalb wird angreifen wollen.

Alles dieses aber muss Ich Eurer Einsicht und Ueberlegung überlassen.

Friderich.

Ihr werdet erachten, wie sehr Mich einmal wieder nach Berichten von Euch verlanget, und dass Ich wisse, woran Ich der dortigen Sachen wegen bin, und was Ich erwarten kann oder nicht.

Nach dem Concept.



1 Vergl, Nr. 10660, S. 26.

2 So. Es ist Mitchell.