10645. AN DEN ETATSMINISTER VON BORCKE.13-2

Breslau, 6. Januar 1759.

Da Mir berichtet worden ist, dass, nachdem von Meinem Bruder, des Prinzen Heinrich Liebden, einiges Commando Kavallerie unter dem Generalmajor von Aschersleben nach Langensalza und der Orten geschicket worden ist, um aus dem Thüringer Kreise an Prästationen daher noch restirende 200000 Thaler beizutreiben, solches bereits den guten Success gehabt hat, dass davon in wenig Tagen an 123000 Thaler bezahlet sein und das übrige auch binnen ganz kurzer Zeit abgetragen werden wird, so werdet Ihr daraus selbst erkennen, von was vor gutem Erfolg es sei, wenn die Sachen nur mit aller erforderlichen Activité und Ernste betrieben werden.

Weilen aber auch diese Reste mit dem neuen Conventionalquanto von Sachsen keine Gemeinschaft haben, und Ihr also solche mit zu prompter und baldigster Abtragung der erstem Million, so mit Anfang dieses Monates an den Etatsminister von Scblabrendorff zum Behuf der schlesischen Magazine von Euch hieher übermachet werden muss,13-3 employiren könnet, so hattet Ihr auch darunter nicht die geringste Zeit<14> zu versäumen und auf die völlige Abführung dieser Million mit grossem Ernste zu arbeiten. Ich habe auch nicht den geringsten Zweifel, dass, wenn Ihr mit gleicher Activité, Eifer und Ernste auf den Schluss der neuen Convention mit denen dortigen Ständen14-1 arbeiten werdet, alsdenn auch diese Sache gar bald ihre Endschaft nach Meiner Intention und Verlangen erreichet haben wird, und Ich die Nachricht davon erhalten werde.

Friderich.

Nach der Ausfertigung.



13-2 Chef des preussischen Feidkriegsdirectoriums in Sachsen.

13-3 Vergl. Bd. XVII, 413.

14-1 Vergl. Bd. XVI, 360. 401 ; Bd. XVII, 403. 404.