10975. AN DEN ETATSMINISTER FREIHERRN VON SCHLABRENDORFF IN BRESLAU.

Landshut, 22. Mai 1759.

Da Ich nunmehro vielleicht bald und wohl gar in einigen Tagen nöthig finden dörfte, den General Fouqué mit seinem Corps aus Oberschlesien wegzuziehen und nach der Gegend von Frankenstein oder Reichenbach zu setzen, um ihn mehr à portée zu haben, so habe Ich Euch hiervon, jedoch ganz unter der Hand, avertiren wollen, damit Ihr, ohne [von der] von Mir Euch deshalb gemachten Confidence etwas eclatiren zu lassen, Eure Mesures darnach nehmen und arrangiren könnet; indem nicht zu zweiflen ist, dass, sobald der General Fouqué aus Oberschlesien sich weggezogen hat, alsdenn de Ville wieder hereingehen wird, auch darauf die feindlichen Husaren wohl bis gegen Brieg heran herumschwärmen werden.

Friderich.248-2

Nach der Ausfertigung im Kriegsarchiv des Königl. Grossen Generalstabs zu Berlin.



248-2 In einem Cabinetsbefehl an den Vice-Commandante d'O in Glatz vom 22. Mai befiehlt der König, alles ihm zu melden, was er erfahren würde; „dans le moment présent, toute nouvelle me sert à quelque chose; je la combine avec d'autres que je reçois, et par là j'en tire ce qui en est dans le vrai“ . Eigenhändig ist hinzugefügt: „Man frère a remporté de très grands avantages sur l'armée de l'Empire.“