11281. AN DEN GENERAL DER INFANTERIE BARON DE LA MOTTE-FOUQUÉ.

Im Lager bei Schmottseifen, 25. Juli 1759.

Ich habe Euere beiden Berichte vom 24. dieses wohl erhalten, und ist Mir sehr lieb zu ersehen gewesen, dass Ihr durch Euren Coup dem Feinde den Abbruch, so Ihr meldet, gethan habet.448-3 Nun kann Ich nicht begreifen, wovon der General de Ville mit seinem Corps leben soll.448-4 Hier saget man in der Armee, Ihr hättet den Feind von seiner Artillerie coupiret; Ich kann es aber kaum glauben, weilen Ich nicht praesumire, dass de Ville ohne seine Canons weiter vorgerücket sein würde. Ich detachirete gerne zu Euch, wenn es ichts anginge, aber Meine gegenwärtige Umstände leiden es ohnmöglich. Wenn Ihr sehet, dass der de Ville sich gegen Reichenbach wendet, so müsset Ihr zusehen, wo nicht auch diesseits, doch jenseits der Neisse ein paar Bataillons in Neisse zu werfen.

Friderich.

Nach der Ausfertigung im Kaiserl. Königl. Kriegsarchiv zu Wien.



448-3 Der Generalmajor von der Goltz hatte die Oesterreicher aus Friedland vertrieben und dabei an Zelten, Feldgeräthen, baar Geld, Bagagepferden und Maulthieren so viel erbeutet, dass der Verlust des Feindes auf 100000 Reichsthaler geschätzt wurde. Eichel sandte am 26. einen Extract aus dem Bericht von Goltz vom 24. Juli auf königlichen Befehl an den Minister Graf Finckenstein, „um einen Articul in denen Zeitungen daraus anfertigen und publiciren zu lassen“ .

448-4 De Ville war in Schlesien eingedrungen und hatte sein Hauptquartier in Fürstenstein genommen. Vergl. S. 447.