12655. AN DEN GENERALLIEUTENANT PRINZ FRIEDRICH EUGEN VON WÜRTTEMBERG.

Leipzig, 31. Januar 1761.

Ich habe Ew. Liebden beide Schreiben vom 27. dieses erhalten und communicire Deroselben darauf hierbei, was Mir aus Polen von denen Absichten derer Russen wegen ihres jetzigen Eindrängens in Hinterpommern geschrieben worden.208-1 Erwähnte Nachrichten bewegen Mich fast, dass Ich anfange, die neuerliche Entreprise derer Russen so anzusehen, als ob dieselbe dadurch uns nur inquietiren und die Werbung derer Regimenter derangiren [wollen],208-2 als etwas hauptsächliches in Hinterpommern zu unternehmen. Nach dieser Supposition hoffe Ich, es werde das Wernerische Corps suffisant seind, denen jetzigen Unternehmungen des Feindes vorzubeugen und solchen obligiren, sich zurückzuziehen, da Tottleben bis dato nur leichte Truppen bei sich hat, die übrigen feindlichen Truppen aber nach der Weichsel hin stehen, von daher aber etwas nach Hinterpommern zu ziehen, Zeit erfordert und man noch allemal Nachricht davon in Zeiten wird haben können. Woferne aber doch die Umstände anders und serieuser sein, wie Ich solche, wie obgedacht, vermuthe, so müssen Ew. Liebden alsdenn ohngesäumt Dero Mesures darnach nehmen und Sich nach dem Einhalt Meines vorigen Schreiben vom 23. dieses208-3 arrangiren.

Friderich.

Nach der Ausfertigung im Königl. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart.



208-1 Zwei Berichte, d. d. Danzig 20. Januar und Warschau 24. Januar.

208-2 Vergl. S. 194. 196.

208-3 Nr. 12642.