12684. AN DEN GENERALMAJOR VON SCHENCKENDORFF.

Leipzig, 17. Februar 1761.

Ich danke Euch wegen der Nachrichten, so Ihr in Eurem Bericht vom 16. dieses von dem dort vorfeilenden gemeldet habet. Wenn die Franzosen und Sachsen in Gotha an den dortigen Magistrat ihr Magazin verkaufen wollen, so ist es um so mehr eine Anzeige, dass sie dortige Gegenden zu verlassen und wegzulaufen intentioniret seind. Der gute Coup, welchen das Syburgsche Detachement von Mir denen bei Langensalze gestandenen Franzosen und Sachsen angebracht,227-2 wird hoffentlich erstere noch mehr pressiren, um sich dort zurückzuziehen, und habe Ich das Vergnügen, Euch hier zu schreiben, dass, nachdem der Generalmajor von Syburg mit dem unter ihm detachirten Corps den 15. dieses früh die Passage über die Unstrut bei Langensalze forciret, die daselbst unter dem Commando des General Stainville ohngefähr 6000 Mann stark bei Langensalze gestandene Franzosen sich gleich auf die dortigen Anhöhen, die daselbst befindlich gewesene sächsische Truppen aber hinter der Stadt gezogen, worauf die Sachsen zu denen Franzosen gestossen, der Generalmajor von Syburg aber, um selbige keine weitere Zeit zu lassen, sie sogleich mit der Kavallerie en colonne attaquiret und übern Haufen geworfen hat; dabei denn fast das ganze sächsische Corps ruiniret und von dem Feinde 4 Canons, 6 Fahnen, etliche 70 Officiers und über 3000 Mann Kriegesgefangene genommen worden. Dieser ganze Coup ist vornehmlich durch 2 Escadrons Zietenschen Husaren<228> und 2 Escadrons von Seydlitz geschehen. Ich hoffe übrigens nächster Tagen Euch noch mehr dergleichen gute Nachrichten schreiben zu können.228-1

Friderich.

Nach der Ausfertigung im Kriegsarchiv des Königl. Grossen Generalstabs zu Berlin.



227-2 Vergl. Nr. 12683.

228-1 In ähnlicher Weise schreibt der König an den Generalmajor von Grant (Weisungen auf der Rückseite des Berichts des Generals, d. d. Neisse 10. Februar).