620. AN DEN GENERALFELDMARSCHALL GRAF VON SCHWERIN IN NEISSE.

Berlin, 9. December 1741.

Ihr werdet aus dem Postscripto Meines heutigen Schreibens426-2 mit

mehrerm ersehen haben, was Ich Euch wegen Troppau und denen mährischen Gebirgsörtern zu Eurer Verhaltung geschrieben, im Fall des Prinz Leopolds Liebden ein Mouvement vorwärts thun sollte. Nachdem Ich aber der Sachen weiter nachgedacht und gefunden habe, dass, <427>wenn die Oesterreicher Troppau behalten und bei Nehmung ihrer Winterquartiere in Mähren die Garnison verstärken, alsdann die Garnison von Ratibor nicht nur von der zu Jägerndorf fast coupiret ist, sondern die Correspondance auch sehr schwer zwischen beiden Garnisons zu unterhalten, überhaupt aber die Oesterreicher die oberschlesische Quartiere aus Troppau den Winter über sehr incommodiren können; als habe Ich resolviret, dass Ihr sonder weitern Anstand, und ehe die Garnison von Troppau, welche jetzo nur aus Invaliden bestehen soll, verstärket wird, die Stadt Troppau wegnehmen und occupiren lassen sollet, wohin Ihr alsdann das Sydowsche Regiment legen könnet.

Ihr sollet zugleich auch suchen, Euch von dem mährischen Gebirge durch Occupation der Oerter Freudenthal, Bennisch etc. Meister zu machen, und dadurch Eure dortigen Sachen so zu disponiren, dass Euch der Feind nicht insultiren kann.

Woferne die österreichische Armee schon in Mähren stehen und Olmütz stark besetzet haben sollte, so müsset Ihr Euch sehr in Acht nehmen und wohl auf Eurer Hut sein, um Euch nicht den Schwarm auf den Hals zu ziehen und insultiret zu werden. Ich bin etc.

Friderich.

Prenez un peu vos précautions, et réglez la Postirung de façon comme vous le trouverez convenable, et surtout pour la sûreté et subsistance des troupes, et prenez de bonnes précautions pour éviter tout affront.

Nach Abschrift der Cabinetskanzlei.



426-2 Liegt nicht vor. Vergl. Nr. 615.