<415>kommen doch seine grossen Magazine und. können ihm hernach mit Commodität nachfolgen.

Will nun Browne hieran Theil nehmen und solches verhindern, so marschiren ja Ew. Majestät demselben bis gegen Prag auf dem Fuss nach und finden unterwegens seine Magazine und Dépôts.

Falls nun Ew. Majestät dieses Project allergnädigst goutiren sollten, so bin ich gewiss versichert, der Feldmarschall Schwerin wird gleich anfangen, darauf zu denken, um die Ausführung desselben möglich zu machen, und dass es gegen den 20. April seinen Anfang nehmen kann. An Subsistance kann es uns auf drei Wochen nicht fehlen. In der Zeit aber sind wir mit der Expedition fertig und haben sowohl einen Theil ihrer Armée bei die Ohren als auch vieles von ihren Magazins. Auf 9 Tage Fourage und 18 Tage Brod können wir uns gleich versehen und mitnehmen, weil wir leicht marschiren und alle schwere Bagage zurücklassen. Die Zelter müssen wir aber mitnehmen. Wann es auch einige saure Tage geben sollte, so müssen wir solche standhaft übertragen, denn dieses ist die Epoque, so der ganzen Sache den Ausschlag giebt.

Der Feind ist in dieser Zeit weder mit Rekruten als Remonten noch nicht in Ordnung, dieses aber auch schon ein grosses vor uns gewonnen.“

Lockwitz, 25. März 1757.

Mein lieber Generallieutenant von Winterfeldt. Nachdem Ich Euch den Generalmajor von Goltz1 abgeschicket hatte, ist Mir Euer Schreiben vom 22. dieses eingeliefert worden; Ich zweifele auch nicht, es werde gedachter Generalmajor seinen besten Fleiss thun, um bald bei Euch einzutreffen und Euch alles dasjenige zu communiciren, was Ich ihm über den bewussten Plan2 gesaget habe.

Ich sehe solches Euer Projet vor sehr interessant und gut an, nach der Position zu rechnen, worin der Feind jetzo stehet. Gehet derselbe aber bald und, wie Meine Nachrichten lauten, den 1. April in die Kantonirquartiere, so besorge Ich, dass es damit zu späte sein dörfte, da der Feind sich alsdenn bald und in kurzer Zeit, wohin er will, wenden kann; mithin und da wir vor dem 10. April nichts thun können, so bin Ich bange, dass er um die Zeit schon kantonirt und wir in unserm Vorhaben nichts ausrichten werden. Ich wünschete es wohl gar sehr, dass es geschehen könnte, und in denen jetzigen Umständen zumalen wäre es vor uns admirabel; consideriret aber selbst, wie es zu machen sei, dass wir mit unserer Disposition fertig seind, ehe der Feind in die Kantonirquartiere gehet, da alsdenn wir darunter nichts mehr mit ihm ausrichten können. Wir müssen auch nicht glauben, dass, wenn auch der Feldmarschall Browne 30,000 Mann detachiret, Ich deshalb gleich nach Lobositz kommen könne, dann der Posten von Pashcopolo so ist, dass man mit 30,000 Mann 50,000 abhalten kann; dass wir aber bei Aussig, Teplitz und Karbitz eine Ravage machen können, solches ist ganz möglich.

Sowie alle Meine bisherige Nachrichten lauten, so wird sich das grosse Corps vom Feinde bei Budin zusammenziehen. Wenn ferner



1 Goltz wurde an Stelle von Oelsnitz abgesandt. Vergl. S. 400. 401. 418. 438.

2 Vergl. Nr. 8757.