8436. AN DEN GENERALLIEUTENANT HERZOG VON BRAUNSCHWEIG-BEVERN IN LÖBAU.

Dresden, 13. December 1756.

Durchlauchtiger Fürst, freundlich lieber Vetter. Sowie Mir der Generallieutenant von Lestwitz in einem Rapport vom gestrigen Dato, welchen Ich allererst erhalten, nachdem Mein heutiges Schreiben an Ew. Liebden137-2 schon abgegangen, [meldet,] hat derselbe Ew. Liebden bereits rapportiret, was von Seiten des Feindes in denen Gegenden von Grafenstein, Friedland und Reichenberg, ingleichen bei Rumburg und Schluckenau weiter vorgefallen. Da Ich nun gedachtem Generallieutenant von Lestwitz sogleich heute darauf geantwortet habe, dass nach Ew. Liebden Ankunft er stark genug wäre, alles vom Feinde, wenn solcher käme, brav herauszuschlagen, er möchte auch kommen, von welcher Seite er wollte; sollte der Feind auch von der Seite von Friedland kommen, so müsste er zuforderst recht wichtig137-3 geschlagen werden, und alsdenn ginge es vielleicht auch wohl an, dass ihm sein Magazin zu Friedland genommen würde, um ihm wiederum einen Fleck anzuhängen; nur müsste derselbe recht tüchtig geschlagen werden, damit er nicht übermüthig und frech werde, um alsdann ruhig zu bleiben — Ich habe dieses Ew. Liebden zur Nachricht und Direction bekannt machen wollen und bin Ew. Liebden freundwilliger Vetter

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Meine Nachrichten aus Prag seind alle verdächtig; es scheinet, als wenn Browne diesen Winter und in kurzem noch was tentiren möchte.

Friderich.

Nach der Ausfertigung. Der Zusatz eigenhändig.



137-2 Nr. 8435.

137-3 Sic.