8682. AN DEN GENERALLIEUTENANT VON WINTERFELDT IN LANDSHUT.

Dresden, 3. März 1757.

Mein lieber Generallieutenant von Winterfeldt. Ich habe Euer Schreiben vom 1. dieses erhalten und danke Euch zuvorderst vor die Mir zugleich communicirte Nachrichten, wonächst es Mir lieb zu vernehmen gewesen, dass auf Eurer Grenze noch alles ruhig ist. In der Lausnitz habe Ich à propos gefunden, offensive agiren zu lassen, dass der Feind, nachdem er zeither durch die unsererseits gar zu viel gehaltene Defensive übermüthig und impertinent zu werden anfanget, wieder in Respect und auf die Defensive komme.

Meine an den Herzog von Bevern erlassene Ordre336-1 gehet demnach dahin, dass er einen Klumpen von Infanterie mit Dragoner zusammen nehmen und in Böhmen einen Einfall thun, Bagage und Kantonisten zurücklassen und suchen soll, die Feinde von ihren Posten zu delogiren, und wo er Gelegenheit hat, sie bei die Ohren zu fassen, solches nicht zu unterlassen, ein paar Tage dazubleiben und alsdenn wieder zurückzugehen, so dass der Feind einmal durch solche Offensive verschüchtert werde, sonsten, wenn man ihm zu viel Ruhe lasset, wird er nur impertinenter, und so lange wir pur defensiven Krieg führen werden, so kommen wir zurück; daher es besser ist, wenn es sich thun lassen will, es auf einige Offensive ankommen zu lassen.

Was Meine grosse Arrangements anbetrifft, da kommet es ganz darauf an, dass Ich Meine Armées so formire, wie es die Umstände wegen derer vom Feinde, so er gegen uns stellet, erfordern werden. Deswegen Ich denn noch warten muss, bis er sich deshalb mehr declariret, und Ich solches mehr wie jetzo eclairiren kann. Ich bin Euer wohlaffectionirter König

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Ich muss mir mit dem Zuschnitt von der Campagne nicht übereilen, dann darauf kömmt alles an, und ist die Hauptsache, gleiche Force gegen gleiche Force zu bringen.

Fridrich.

Nach der Ausfertigung. Der Zusatz eigenhändig.



336-1 Vergl. Nr. 8681.