10674. AN DEN GENERALLIEUTENANT GRAF DOHNA.

Breslau, 22. Januar 1759.

Euer par estafette hieher gesandtes Schreiben vom 17. dieses habe Ich heute früh erhalten. Zuvorderst bin Ich surpreniret gewesen, aus solchem zu ersehen, wie Ihr aus dem, was Ich Euch vorher geschrieben,38-1 den Soupçon fasset, dass Ihr Feinde hättet, die bei Mir gegen Euch machinireten und Euch Meinen Unwillen zuzögen, welche Ihr selbst zu kennen glaubetet. Seid aber gewiss versichert, dass Ihr darunter sehr irret, und bitte Ich Euch, vernünftig zu sein und alle dergleichen ganz und gar ohngegründete Soupçons fahren zu lassen, um Euch einestheils damit nicht ohne die geringste Ursache selbst zu inquietiren und ohne einige Ursache zu allarmiren, anderntheils aber Mich damit zu behelligen. Ich gebe Euch Mein Wort, dass Ihr keine Feinde habet, noch Ich von einiger Ungnade gegen Euch etwas weiss; diesem könnet Ihr glauben. Wenn Ich aber eines und das andere erinnert habe, so hat Mir solches die gesunde Vernunft, und was ein jeder in dergleichen Vorfällen zu thun hat, an die Hand gegeben.

Ich danke Euch übrigens vor die gegebene Nachrichten, dergleichen Ich öfters von Euch gewärtigen will, und da Ihr schweres Geschütze bei Euch habet, so hoffe Ich, dass Ihr Mir nächstens ein paar hübsche Nester, so vom Feinde noch zu Demmin und Anklam seind, liefern werdet.

Friderich.

Nach dem Concept.



38-1 Vergl. S. 16; Bd. XVII, 367. 401; vergl. auch Bd. XVII, 424.